Willkommen
Über uns
Alltag
Schattenseiten
Aktuelles
Notfälle
- Hündinnen
- Rüden
- Junioren
- Senioren
- Sorgenkinder
- In Deutschland
Die Vergessenen
Katzen
Happy End 2018
Happy End 2017
Happy End 2016
Happy End 2015
Happy End 2014
Happy End 2013
Happy End 2012
Happy End 2011
Happy End 2010
Happy End 2009
Happy End 2008
Atilas Tagebuch
In Memoriam
Krankheiten
Kontakt
Ansprechpartner
Kaufen und helfen
Ihre Hilfe
Danke
Buchempfehlungen
Links
Impressum



Es ist schwerer, eine Träne zu stillen, als tausend zu vergießen. (Unbekannt)


Für Abuelo

Ich wollte eine erfahrene Katze haben. Ich bin auf curacanis im Netz gestoßen und
im November 2008 habe ich ein Foto von Abuelo erhalten und musste lachen. Jeder, wirklich jeder, der ihn das erste Mal sah, musste lachen. So was Kleines mit diesen Miniöhrchen. Die beiden Positivtests für FIV und Leukose haben mich nicht abgeschreckt, ich habe diesen Kater so wie er war akzeptiert. Ich musste noch zur Kur und danach war es endlich soweit: am 23.Jan. 2009 änderte sich mein Leben. Ich habe Abuelo seinen Namen gelassen, ich wollte ihn nicht seiner Identität berauben und als ich erfuhr, dass er Opa heißt, hat es mich nicht gestört. Im Gegenteil, ich habe ihn gern Abuelo-chen gerufen, fast ein Lied, dieser Name. Und mit der Übergabe habe ich ihn geliebt. Mein Herz quoll immer über, so habe ich ihn geliebt. Er war so uneingeschränkt positiv. Er war bis zu seinem Tode immer wieder krank, ich habe die Tierarztbesuche und OP s nicht gezählt. Ich habe immer Angst um ihn gehabt, nur nicht bei seiner letzten Krankheit, ich war so erleichtert, dass es sich nur um einen Infekt mit Fieber handelte. Dabei brach im Hintergrund die Leukose aus. Nicht regenerativ. Das Todesurteil. Wir beide haben dann zwei Wochen voneinander Abschied genommen.
Vom ersten Abend an waren wir so positiv einander zugetan, ich habe ihn gestreichelt und er hat geschnurrt. Er hat gern in meinem Schoß geschlafen, selbst im Lotussitz hat er mir Gesellschaft geleistet. Und so ging das zwei Jahre: Wer ist der Schönste im ganzen Land und aus Spanien noch dazu? Mein Abuelo! Er sprang mit seinem Köpfchen immer in meine Hand, die auf dem Weg zu ihm war. Wenn er mehr wollte, dann hat er mich immer mit einem Pfötchen ganz schüchtern betapst. Gern auch ganz früh noch im Bett, mir auf den Mund. Und wenn ich dann fand, es ist zu früh, dann stupste er natürlich weiter, bis ich lachen musste und mit ihm geschmust habe. Gemaunzt hat er ganz ganz selten, und wenn, dann war es so ein leises Marylin-Monroe-Gehauche. Er war ein Gourmet, ich habe mich anfangs gewundert, dass er so wählerisch ist, habe aber dann immer versucht, seinen Wünschen gerecht zu werden.
Mein Kleiner und so ein Feiner noch dazu, mein wunderschöner Abuelo ist fort, fort, fort. Hinübergegangen, ganz leise. Mein Rubio. Die Wohnung ist so leer, ich vermisse seine Gesellschaft, er hat mich immer getröstet und hatte nie schlechte Laune – und ich auch nicht. Seine Anwesenheit war für mich immer ein Geschenk. Ich habe seine Kraft bewundert, seine Ausdauer  und sein gutes Wesen. Mein kleiner Spanier mit seiner südländischen Gelassenheit... Er war außen und innen schön. Seine O-Beinchen und die großen Pfoten erst. Ich habe ihm gern aufgezählt, was ich an ihn mag und wie schön er ist. Sein Schwanz war am Ende gestreift, die Fellfarbe sah bei jedem Licht anders aus. Und alle Farben standen ihm, jede Bettwäsche, jedes Kleidungsstück, auf das er sich gern legte, hat ihm hervorragend gestanden. Mein Abuelo. Es war sehr schwer für mich, ihn entscheiden zu lassen und ihn zu unterstützen. Er war sehr sehr anhänglich, die letzten Wochen hat er ausschließlich auf meinem Schoß verbracht.
Jeden Monat bildete sich aufs Neue ein Abszess in seinem kleinen Gesicht, bis die Ursache endlich gefunden und er schmerzfrei war, war es bereits August 2010. Ich war so befreit und guten Mutes und der Meinung, von nun an gehen wir nur noch zum Krallen schneiden und zur Jahresimpfung zum Arzt. Im Jan. 2010 dann der Infekt, die Leukose brach aus und am frühen Morgen des 7. Februar wusste ich: heute ist es soweit. Ich habe mir Unterstützung für den letzten Gang von meinem Tai Chi-Lehrer Thomas geholt. Das letzte Mal in den Transportkorb setzen, das wunderbar milde Wetter spüren, der Sonne „tschüss“ sagen, ein letztes Streicheln und dann war die Spritze auch schon gesetzt, eine Weile hat sein kleines Kämpferherz noch geschlagen und schließlich aufgehört. Ich habe noch eine Weile bei ihm gestanden, dann den leeren Korb zusammengebaut und bin hinaus ins Sonnenlicht. Thomas und ich waren beide mitgenommen, er hat mir das Körbchen abgenommen (zum Arzt hin habe ich ihn getragen, Thomas hatte auch gar nicht gefragt, er wusste, was er mir abnehmen kann und was nicht), ich habe seinen Arm angenommen und wir sind einen Raki trinken gegangen in einer vollen Imbissbude, wo Spielautomaten dudelten, die Fritteuse stank und irgendwie alles aus Plastik war. Wir haben auf das Leben getrunken! Gate gate, paragate, parasam gate, bodhi savah!